Ausblick & Trends in der Hotellerie – Was bringt die Zukunft?

Hotelexperte & Dozent Harald Hafner im Gespräch mit dem KPS Branchenteam für Hotellerie & Gastronomie:

 

Harald Hafner ist Tourismusexperte und blickt auf über 30 Jahre Erfahrung im Tourismus und Marketing zurück. Er ist Lehrbeauftragter an verschiedenen Akademien, Kollegs und Fachhochschulen. Als Präsident des „Travel Industry Club Austria“ verfügt er über einen exzellenten Überblick zu Zukunftsthemen im Tourismus und ist ständig auf der Suche nach neuen Trends, Innovationen und aktuellen Entwicklungen in der Hotellerie.

 


Harald, was bringt das neue Jahr für die Hotelbranche?

„Der sehr positive Trend der steigenden Ankünfte und Übernachtungen in der heimischen Hotellerie wird uns einen neuen Rekord bescheren. Laut der „Österreich Werbung“ sind die Ankünfte in den letzten 10 Jahren um insgesamt 43,1% gestiegen, bei den Nächtigungen sind es 21%.

Bei den Ankünften liegt Österreich im internationalen Vergleich auf dem 11. Platz der Top-Tourismusregionen weltweit – Tendenz steigend!“

Quelle: UNWTO World Tourism Barometer, Jänner 2017


Wie schlägt sich diese Entwicklung in Zahlen wie Umsatz und Betriebsergebnis nieder?

Die Wertschöpfung lässt noch viel Raum nach oben! Laut Hotelcockpit 2017 der Tourismusbank stagniert der Umsatz pro Zimmer in der 4-Sterne Kategorie bei TEUR 44 und in der 3-Sterne Kategorie bei TEUR 25 (bzw. ist sogar leicht rückläufig).

Steigende Sach- und Mitarbeiterkosten, sowie Wareneinsatz, lassen das Betriebsergebnis – die branchenspezifische Kennzahl G.O.P.* – mit 22% vom Umsatz deutlich unter den Zielwert von 28% sinken.Bei einem Verschuldungsgrad von 2 gemessen am Jahresumsatz sind viele Betriebe gefährdet.

Diese Entwicklung wird sich auch für 2019 fortsetzen.In Anbetracht zu erwartender Zinssteigerungen und höherer Provisionen für Reisemittler insbesondere OTA’s (Online Travel Agents) kann die Situation für viele Betriebe zukünftig als kritisch bezeichnet werden.

* G.O.P. (= gross operating profit) = „Bruttobetriebsergebnis“ vor Fremdkapitalkosten, Abschreibungen, Miete / Pacht. Die Kennzahl G.O.P. wird in der Hotelbranche international als Indikator und Benchmark für die Rentabilität herangezogen.


Was empfiehlst Du diesen Hoteliers?

„Die höhere Wertschätzung der gebotenen Leistungen stellt aus meiner Sicht einen wichtigen Lösungsansatz dar! Der Trend geht dabei in Richtung Individualisierung und Gestaltung von Kundenerlebnissen.

Die Erlebniskomponente abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Gäste wird auch 2019 eine zentrale Rolle spielen.

Den Aufenthalt im Rahmen der so genannten „Customer Journey“ in eine Geschichte einzubetten, um dabei einen Mehrwert zu generieren und sich erfolgreich und nachhaltig vom Wettbewerb zu unterscheiden wird für 2019 und darüber hinaus von Bedeutung sein.“


Wie schafft man es dabei konkret Einfluss auf den Umsatz zu nehmen?

Zur Umsatzoptimierung führt kein Weg am so genannten „Revenue Management“ vorbei.

Die Vielzahl und Komplexität an Preisoptionen für die Gäste kann nur mehr mit entsprechender Unterstützung von Software gemeistert werden.

Die Herausforderung dabei lautet, den richtigen Preis für die jeweiligen Gäste zum gegebenen Zeitpunkt zu ermitteln.“


Was haben Begriff wie „Multichanneling“ und „Blockchain“ damit zu tun?

„Multichanneling in der Hotellerie bedeutet, dass die Buchungen über die verschiedensten Kanäle getätigt werden: zB über Onlineplattformen, per Telefon oder per Email.

Erfolgreiche Betriebe müssen an allen diesen Fronten tätig sein!

Die Blockchain-Technologie ist derzeit in „aller Munde“ und wird als mögliche Lösung für Direktbuchungen ins Spiel gebracht. Zukünftig wird man auch diese Entwicklung im Auge behalten müssen um den Anschluss nicht zu verlieren.“


Welche Auswirkungen hat dabei die „DSGVO“ (Datenschutzgrundverordnung)?

Die Marktkommunikation der Hotellerie muss sich um 180 Grad drehen!

Die Devise lautet „Inbound“ statt „Outbound“.

Die in diesem Jahr in Kraft getretene „DSGVO“ erlaubt es nicht mehr, Kunden ohne deren explizite Erlaubnis oder Zustimmung anzusprechen.Ungefragte Zustellung von Newslettern, Werbebriefen oder sonstigen Informationen an potenzielle Kunden (Outbound) ist damit nicht mehr möglich.

Entscheidend wird es zukünftig sein, interessante Themen zu finden und Kunden für diese Inhalte und „stories“ zu begeistern. Ist das der Fall werden die Kunden nachfragen („Inbound“), um mehr zu erfahren und sich auf eine Beziehung einlassen.“


LIEBER HARALD, VIELEN DANK FÜR DAS GESPRÄCH!

Unsere Experten rund um den Bereich Gastronomie und Hotellerie freuen sich über einen Erfahrungsaustausch rund um Trends und Herausforderungen mit Ihnen und sind bei Fragen sehr gerne erreichbar!

Mit unserem neuen „Chancen-Board“ haben wir schnell und effizient Ihre Herausforderungen auf einem Blatt Papier auf den Punkt gebracht und Lösungsansätze ergeben sich fast wie von selbst!

Nutzen Sie die Chance und vereinbaren Sie gleich heute einen Termin für ein kostenloses Chancengespräch!

Wir freuen uns auf Sie!

Portraitfoto: Mag. Caroline Huemer, Partnerin und Steuerberaterin für Gastronomie und Hotellerie, Architekten, Registrierkasse, Betriebsprüfung, Unternehmensnachfolge, betriebswirtschaftliche Beratung

Mag. Caroline Huemer

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Dr. Alexander Billasch

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